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Versicherung & Tresor: Was wirklich abgesichert ist – und was nicht

Ein Tresor vermittelt Sicherheit. Schmuck, Bargeld, Uhren, wichtige Dokumente oder andere Wertsachen liegen hinter einer massiven Tür, sind versperrt und nicht frei zugänglich. Trotzdem bedeutet ein Tresor im Haus nicht automatisch, dass sein gesamter Inhalt im Fall eines Einbruchs vollständig von der Versicherung ersetzt wird.

Genau hier entstehen häufig Missverständnisse. Viele Menschen gehen davon aus: „Wenn meine Wertsachen im Tresor liegen, sind sie versichert.“ Tatsächlich hängt die mögliche Entschädigung von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen die konkrete Versicherungspolice, die Art und Höhe der eingelagerten Werte, die Sicherheitsklasse des Tresors, die fachgerechte Aufstellung beziehungsweise Verankerung und die Bedingungen des jeweiligen Versicherers.

Die Sicherheitsklasse spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Vereinfacht gesagt gilt häufig: Je höher der geprüfte Widerstandsgrad eines Tresors, desto höhere Werte können Versicherungen unter bestimmten Voraussetzungen akzeptieren. Die konkrete Versicherungssumme ist allerdings niemals allein aus der Tresorklasse abzuleiten. Maßgeblich bleibt immer der individuelle Versicherungsvertrag.

Wer einen Tresor kaufen möchte, sollte deshalb nicht erst nach dem Kauf über die Versicherung nachdenken. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: zuerst feststellen, welche Werte geschützt werden sollen, dann den gewünschten Versicherungsschutz klären und anschließend einen passenden Wertschutzschrank auswählen.


Tresor vorhanden – automatisch alles versichert?

Nein. Der bloße Besitz eines Tresors führt nicht automatisch dazu, dass unbegrenzt Bargeld, Schmuck, Gold oder andere Wertgegenstände versichert sind.

Eine Haushalts- oder Betriebsversicherung enthält eigene Bedingungen darüber, welche Gegenstände versichert sind, in welcher Höhe sie versichert sind und welche Anforderungen an ihre Aufbewahrung gestellt werden.

Bei privaten Wertsachen können Versicherer beispielsweise unterschiedliche Entschädigungsgrenzen vorsehen, je nachdem, ob die Gegenstände frei zugänglich, in einem einfachen Behältnis oder in einem zertifizierten Tresor aufbewahrt wurden. Auch innerhalb eines Tresors können je nach Sicherheitsklasse unterschiedliche Höchstgrenzen gelten. Ein österreichischer Versicherer weist beispielsweise in seinen Bedingungen unterschiedliche Entschädigungsgrenzen für private Wertsachen je nach Geldschrank beziehungsweise EN-Widerstandsgrad aus. :contentReference[oaicite:0]{index=0}

Das bedeutet: Der Tresor ist ein Bestandteil des Versicherungsschutzes – aber er ersetzt nicht die Versicherungspolice.

Wichtig: Versicherungssummen, Sicherheitsanforderungen und Bedingungen unterscheiden sich je nach Versicherer und Vertrag. Richtwerte zur Tresorklasse sollten deshalb niemals als verbindliche Deckungszusage verstanden werden.

Warum die Sicherheitsklasse des Tresors so wichtig ist

Von außen sehen viele Tresore ähnlich aus. Eine schwere Tür, ein elektronisches Schloss und ein massiver Korpus vermitteln schnell den Eindruck hoher Sicherheit. Für die Versicherung ist jedoch nicht allein entscheidend, wie stabil ein Tresor aussieht.

Relevant ist vor allem der geprüfte Widerstandsgrad.

Für Wertschutzschränke ist insbesondere die europäische Norm EN 1143-1 von Bedeutung. Dabei werden Tresore abhängig von ihrem geprüften Widerstand gegen Einbruchversuche unterschiedlichen Widerstandsgraden zugeordnet. Auf der Website von Tresor.at / Jandrisovits werden unter anderem die Grade 0, I, II und III als typische Klassen für verschiedene private und gewerbliche Anforderungen beschrieben. :contentReference[oaicite:1]{index=1}

Eine höhere Klasse bedeutet vereinfacht gesagt, dass das Sicherheitsbehältnis bei der Prüfung einen höheren Widerstand gegen Angriffsversuche nachweisen musste.

Genau diese Einstufung ist für Versicherungen wichtig, weil sie eine nachvollziehbare Grundlage für die Bewertung des Einbruchschutzes bietet.

Warum „massiv“ allein nicht genügt

Ein nicht zertifizierter Tresor kann durchaus stabil gebaut sein. Für eine Versicherung fehlt allerdings unter Umständen ein standardisierter Nachweis darüber, welchem Angriff der Tresor tatsächlich standhalten kann.

Wer Wertgegenstände mit höherem Gesamtwert lagern möchte, sollte daher vor allem auf eine klar dokumentierte und für den jeweiligen Versicherer anerkannte Tresor-Sicherheitsklasse achten.


Wie Sicherheitsklasse und Versicherungssumme zusammenhängen

Der Zusammenhang lässt sich am besten mit einem einfachen Gedanken erklären:

Je wertvoller der Inhalt, desto höher ist normalerweise auch die Anforderung an seinen Schutz.

Wer einige persönliche Dokumente und kleinere Wertsachen verwahrt, hat andere Anforderungen als jemand, der hochwertige Uhren, größere Mengen Schmuck, Gold oder geschäftliche Werte aufbewahrt.

Versicherungen können deshalb für höhere Wertkonzentrationen stärkere Sicherheitsmaßnahmen verlangen. Ein Tresor mit einem höheren Widerstandsgrad kann entsprechend die Voraussetzung dafür sein, höhere Werte innerhalb eines Versicherungsvertrages abzusichern.

Auf Tresor.at werden für private Anwendungen beispielsweise typische Orientierungswerte von rund 40.000 Euro bei Grad 0, rund 65.000 Euro bei Grad I und rund 110.000 Euro bei Grad II genannt. Gleichzeitig weist die Seite ausdrücklich darauf hin, dass die exakten Werte vom jeweiligen Versicherer abhängen. :contentReference[oaicite:2]{index=2}

Genau dieser zweite Teil ist entscheidend: Die Klasse liefert eine Grundlage – die verbindliche Versicherungssumme ergibt sich aus der Police.

Typische Sicherheitsklassen im Überblick

Die folgende Übersicht soll die grundsätzliche Logik veranschaulichen. Sie ist bewusst als Orientierung formuliert und stellt keine verbindliche Versicherungszusage dar.

Sicherheitsstufe Typischer Einsatzbereich Bedeutung für die Versicherung
EN 14450 / S-Klassen Grundschutz für bestimmte private Anwendungen Versicherbarkeit und Wertgrenzen unbedingt individuell klären
EN 1143-1 Grad 0 Private Wertsachen, Bargeld, Schmuck Häufig Einstieg in höhere versicherbare Wertkonzentrationen
EN 1143-1 Grad I Höhere private Werte und bestimmte gewerbliche Anwendungen Kann höhere Versicherungsgrenzen ermöglichen
EN 1143-1 Grad II Hochwertigere private Werte und gewerbliche Anwendungen Typischerweise für deutlich höhere Wertkonzentrationen relevant
EN 1143-1 Grad III und höher Sehr hohe Werte, besondere gewerbliche Anforderungen Versicherung und Sicherheitskonzept meist individuell abstimmen

Mit steigenden Werten können zusätzliche Anforderungen hinzukommen. Je nach Risiko, Versicherung und Objekt kann beispielsweise nicht nur der Tresor selbst relevant sein, sondern auch eine Alarmanlage, eine bestimmte Verankerung oder ein umfassenderes Sicherheitssystem.

Warum die Versicherungspolice entscheidend bleibt

Die Vorstellung einer festen Tabelle nach dem Muster „Tresorklasse X bedeutet automatisch Versicherungssumme Y“ ist bequem, aber zu einfach.

Die tatsächliche Deckung kann unter anderem davon abhängen:

  • welcher Versicherer den Vertrag ausgestellt hat,
  • welcher Tarif abgeschlossen wurde,
  • welche Gesamtversicherungssumme vereinbart ist,
  • um welche Art von Wertsachen es sich handelt,
  • wo der Tresor aufgestellt ist,
  • ob der Tresor ordnungsgemäß versperrt war,
  • ob Vorgaben zur Verankerung eingehalten wurden,
  • ob weitere Sicherheitsmaßnahmen vorgeschrieben sind,
  • ob besondere Wertgegenstände separat angegeben wurden.

Auch Tresor.at weist darauf hin, dass österreichische Versicherungen die Deckung von Werten häufig an die Sicherheitsklasse knüpfen, die tatsächliche Versicherungssumme jedoch von Police, Aufstellungsort und fachgerechter Verankerung abhängt. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

Deshalb empfiehlt es sich besonders bei größeren Werten, die gewünschte Lösung vor dem Kauf schriftlich mit der Versicherung abzustimmen.

Welche Wertsachen besondere Grenzen haben können

Nicht jeder Gegenstand wird innerhalb einer Haushaltsversicherung automatisch gleich behandelt. Gerade sogenannte Wertsachen können eigenen Entschädigungsgrenzen unterliegen.

Dazu können je nach Versicherungsbedingungen beispielsweise gehören:

  • Bargeld
  • Fremdwährungen
  • Schmuck
  • Gold und andere Edelmetalle
  • Edelsteine und Perlen
  • Münzsammlungen
  • Briefmarkensammlungen
  • hochwertige Uhren
  • bestimmte Wertpapiere oder vergleichbare Vermögenswerte

Ein österreichisches Bedingungswerk zeigt beispielsweise, dass für private Wertsachen unterschiedliche Entschädigungsgrenzen gelten können, abhängig davon, ob sie außerhalb eines Safes oder in Geldschränken unterschiedlicher Sicherheitsklassen aufbewahrt werden. :contentReference[oaicite:4]{index=4}

Wer eine wertvolle Uhrensammlung, Schmuck, Edelmetalle oder größere Bargeldbestände besitzt, sollte deshalb nicht nur den Gesamtwert des Haushalts betrachten. Entscheidend ist auch, welche Untergrenzen, Höchstgrenzen und Aufbewahrungsvorschriften speziell für diese Wertsachen gelten.


Warum die Verankerung genauso wichtig sein kann wie der Tresor

Ein Einbrecher muss einen Tresor nicht unbedingt vor Ort öffnen. Ist das Sicherheitsbehältnis klein oder leicht genug, kann der Versuch unternommen werden, es vollständig mitzunehmen.

Deshalb spielt die fachgerechte Tresorverankerung eine zentrale Rolle.

Auf Tresor.at wird darauf hingewiesen, dass bei Tresoren unter 1.000 Kilogramm in Österreich häufig eine Verankerung gefordert wird und die Montage für den Versicherungsschutz relevant sein kann. :contentReference[oaicite:5]{index=5}

Welche Vorgaben im konkreten Fall gelten, sollte dennoch immer mit der Versicherung und anhand der Hersteller- beziehungsweise Zertifizierungsvorgaben geprüft werden.

Ein hochwertiger Tresor kann falsch montiert trotzdem zum Problem werden

Die beste Sicherheitsklasse verliert an praktischem Nutzen, wenn ein Tresor nicht entsprechend seiner vorgesehenen Befestigung montiert wurde.

Beim Kauf sollten daher nicht nur Gewicht, Innenraum und Schloss betrachtet werden. Auch folgende Fragen sind wichtig:

  • Wo soll der Tresor stehen?
  • Ist der Untergrund für eine sichere Verankerung geeignet?
  • Welche Befestigung ist für dieses Modell vorgesehen?
  • Kann die Montage fachgerecht durchgeführt werden?
  • Gibt es dazu Vorgaben der Versicherung?

Zertifiziert oder nur „sicher“? Ein wichtiger Unterschied

Begriffe wie „Safe“, „Sicherheitsschrank“ oder „Tresor“ allein sagen noch wenig darüber aus, welche geprüfte Widerstandsfähigkeit tatsächlich vorhanden ist.

Für die Versicherbarkeit ist deshalb die Zertifizierung wesentlich relevanter als die Produktbezeichnung.

Vor dem Kauf sollte geprüft werden:

  • Nach welcher Norm wurde der Tresor geprüft?
  • Welchen Widerstandsgrad besitzt er?
  • Ist die Zertifizierung eindeutig dokumentiert?
  • Entspricht genau diese Klasse den Vorgaben der Versicherung?
  • Ist auch das verwendete Schloss entsprechend geprüft?

Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein anhand von Preis, Gewicht oder Türstärke getroffen werden.


Einbruchversicherung ist nicht automatisch Feuerschutz

Ein weiterer häufiger Irrtum betrifft Feuerschutz und Einbruchschutz.

Ein Tresor mit hoher Einbruchsicherheitsklasse ist nicht automatisch ein zertifizierter Feuerschutztresor. Beide Schutzbereiche erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Das ist besonders wichtig, wenn neben Schmuck und Bargeld auch folgende Inhalte geschützt werden sollen:

  • wichtige Verträge
  • Urkunden
  • Testamente
  • Geschäftsunterlagen
  • Datenträger
  • digitale Backups

Tresor.at empfiehlt für Dokumente beziehungsweise digitale Medien entsprechend einen passenden zertifizierten Feuerschutz und unterscheidet diesen klar von der Einbruchschutzklasse. :contentReference[oaicite:6]{index=6}

Wer sowohl Einbruch- als auch Brandschutz benötigt, sollte daher gezielt nach einer Lösung suchen, die beide Anforderungen erfüllt.

Wie weist man Wertsachen nach einem Einbruch nach?

Eine passende Versicherung und ein geeigneter Tresor sind wichtige Grundlagen. Im Schadenfall stellt sich jedoch noch eine weitere Frage: Wie kann nachgewiesen werden, was sich tatsächlich im Tresor befunden hat?

Gerade bei Schmuck, Uhren, Münzen oder Edelmetallen kann eine gute Dokumentation hilfreich sein.

Sinnvoll können beispielsweise sein:

  • Kaufrechnungen
  • Gutachten
  • Zertifikate
  • Seriennummern
  • Fotos hochwertiger Gegenstände
  • Inventarlisten
  • Unterlagen über Herkunft und Anschaffung

Diese Nachweise sollten ebenfalls sicher aufbewahrt werden. Eine ausschließlich im gestohlenen Tresor liegende Inventarliste hilft nach einem Einbruch möglicherweise wenig. Digitale Kopien oder eine getrennte sichere Aufbewahrung können daher sinnvoll sein.

Werte verändern sich

Eine Uhrensammlung kann wachsen. Schmuck kann im Laufe der Jahre ergänzt werden. Auch der Wert von Edelmetallen oder Sammlerstücken kann sich verändern.

Deshalb sollte der versicherte Wert nicht als einmal festgelegte Größe betrachtet werden. Wer hochwertige Wertsachen besitzt, sollte in regelmäßigen Abständen prüfen, ob Tresorklasse, Versicherungssumme und tatsächlicher Wert noch zusammenpassen.


Tresor und Versicherung im Unternehmen

Für Unternehmen kann die Situation komplexer sein als im privaten Haushalt. Einzelhandel, Gastronomie, Hotels, Kanzleien, Arztpraxen oder andere Betriebe können Bargeld, wichtige Dokumente, Kundeneigentum oder sensible Schlüssel aufbewahren.

Je nach Tätigkeit kommen deutlich höhere Wertkonzentrationen und zusätzliche Risiken hinzu.

Mögliche Inhalte eines gewerblichen Tresors sind:

  • Tageslosungen
  • Bargeldbestände
  • hochwertige Waren
  • wichtige Vertragsunterlagen
  • Schlüssel und Zutrittsmedien
  • bestimmte Datenträger
  • Wertgegenstände von Kunden oder Gästen

Tresor.at weist darauf hin, dass Betriebe, Kanzleien, Praxen und Hotels andere Anforderungen als Privathaushalte haben und je nach Wertkonzentration höhere Sicherheitsklassen erforderlich sein können. :contentReference[oaicite:7]{index=7}

Bei Unternehmen sollte deshalb die gesamte Sicherheitsstruktur betrachtet werden: Tresor, Zugriffskontrolle, Schlüsselverwaltung, Alarmanlage, organisatorische Abläufe und Versicherung gehören zusammen.

Was sollte vor dem Tresorkauf mit der Versicherung geklärt werden?

Die wichtigste Phase beginnt idealerweise vor der Bestellung.

Wer bereits ungefähr weiß, was im Tresor aufbewahrt werden soll, kann dem Versicherer konkrete Fragen stellen.

1. Welche Werte sollen abgesichert werden?

Erstellen Sie zunächst eine realistische Liste. Schmuck, Uhren, Bargeld, Gold und Sammlungen sollten nicht nur grob geschätzt werden.

2. Wie hoch soll die Versicherungssumme sein?

Berücksichtigen Sie nicht nur den aktuellen Bestand. Ein Tresor wird meist über viele Jahre genutzt. Werte können in dieser Zeit wachsen.

3. Welche Sicherheitsklasse wird verlangt?

Bitten Sie die Versicherung möglichst um eine klare Aussage darüber, welcher Widerstandsgrad für die geplante Wertsumme anerkannt wird.

4. Gibt es Anforderungen an die Montage?

Fragen Sie nach Vorgaben zur Verankerung, zum Aufstellungsort oder zu einer fachgerechten Montage.

5. Sind zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig?

Bei höheren Werten können möglicherweise zusätzliche Maßnahmen wie eine Einbruchmeldeanlage relevant werden.

6. Gibt es besondere Grenzen für einzelne Wertsachen?

Die Gesamtversicherungssumme sagt nicht zwangsläufig aus, wie viel Bargeld, Schmuck oder Edelmetall im Schadenfall ersetzt wird. Für einzelne Kategorien können eigene Grenzen gelten.

Praktischer Grundsatz: Nicht zuerst einen Tresor auswählen und danach hoffen, dass die Versicherung ihn akzeptiert. Zuerst Werte und Versicherungsanforderungen klären – danach die passende Sicherheitsklasse auswählen.

Häufige Fehler bei Tresor und Versicherung

Fehler 1: Nur auf den Kaufpreis schauen

Ein günstiger Tresor kann seinen Zweck erfüllen, wenn die Anforderungen niedrig sind. Problematisch wird es, wenn hohe Werte gelagert werden sollen, die gewählte Sicherheitsklasse dafür aber nicht ausreicht.

Fehler 2: Versicherungssumme mit Tresorinhalt gleichsetzen

Eine hohe Haushaltsversicherungssumme bedeutet nicht automatisch, dass Bargeld, Schmuck oder Gold in beliebiger Höhe gedeckt sind.

Fehler 3: Die Verankerung unterschätzen

Ein zertifizierter Tresor sollte entsprechend den vorgesehenen Anforderungen montiert werden. Eine fehlende oder ungeeignete Verankerung kann für Sicherheit und Versicherbarkeit relevant sein.

Fehler 4: Sicherheitsklasse und Feuerschutz verwechseln

Ein hoher Widerstandsgrad gegen Einbruch sagt nicht automatisch etwas über den Schutz von Dokumenten bei Feuer aus.

Fehler 5: Werte nie aktualisieren

Was beim Kauf des Tresors ausreichend war, kann fünf oder zehn Jahre später zu knapp sein. Sammlungen wachsen, Schmuck kommt hinzu und Werte verändern sich.

Fehler 6: Keine Dokumentation führen

Wer hochwertige Gegenstände besitzt, sollte wichtige Nachweise nicht erst nach einem Schaden zusammensuchen müssen.


Checkliste: Passen Tresor und Versicherung zusammen?

  • Welche Wertsachen sollen geschützt werden?
  • Wie hoch ist ihr aktueller Gesamtwert?
  • Welche Werte könnten in den nächsten Jahren hinzukommen?
  • Welche Entschädigungsgrenzen gelten laut Versicherungspolice?
  • Gibt es eigene Grenzen für Bargeld, Schmuck oder Edelmetalle?
  • Welche Sicherheitsklasse verlangt der Versicherer?
  • Ist der Tresor entsprechend zertifiziert?
  • Welche Anforderungen gelten für die Verankerung?
  • Ist zusätzlicher Einbruchschutz erforderlich?
  • Wird zusätzlich Feuerschutz benötigt?
  • Sind Rechnungen, Fotos und Wertnachweise vorhanden?
  • Wurde die geplante Lösung mit der Versicherung abgestimmt?

Die richtige Sicherheitsklasse beginnt bei der Versicherungssumme

Die Auswahl eines Tresors sollte nicht allein mit der Frage beginnen, welches Modell in eine bestimmte Nische passt oder welches Schloss am bequemsten ist.

Die wichtigeren Fragen lauten: Welche Werte sollen geschützt werden? Wie hoch sind diese Werte? Und unter welchen Voraussetzungen übernimmt die Versicherung einen Schaden?

Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Tresor-Sicherheitsklasse, Größe, Verankerung und zusätzliche Ausstattung notwendig sind.

Für Privathaushalte kann ein zertifizierter Wertschutzschrank eine wichtige Ergänzung zum Versicherungsschutz sein. Für Unternehmen kann er Teil eines größeren Sicherheitskonzeptes aus Tresoren, Alarmanlagen, Schlüsselmanagement und organisatorischen Maßnahmen sein.

Die wichtigste Erkenntnis bleibt dabei einfach: Eine hohe Sicherheitsklasse kann höhere versicherbare Werte ermöglichen, sie garantiert aber niemals automatisch eine bestimmte Entschädigung. Die verbindliche Grundlage ist immer die konkrete Versicherungspolice.


Häufige Fragen zu Tresor und Versicherung

Ist der Inhalt eines Tresors automatisch versichert?

Nein. Ob und in welcher Höhe der Inhalt versichert ist, hängt von der jeweiligen Versicherungspolice, der Art der Wertsachen, der Sicherheitsklasse und möglichen weiteren Anforderungen ab.

Bestimmt die Sicherheitsklasse die Versicherungssumme?

Die Sicherheitsklasse beeinflusst häufig, welche Wertkonzentrationen ein Versicherer akzeptiert. Eine feste Versicherungssumme ergibt sich daraus jedoch nicht automatisch. Entscheidend bleibt der konkrete Versicherungsvertrag.

Welche Tresorklasse brauche ich für Schmuck und Bargeld?

Das hängt vom Gesamtwert und von den Vorgaben des Versicherers ab. Für höhere Werte werden üblicherweise zertifizierte Wertschutzschränke nach EN 1143-1 relevant.

Kann ich mehr Wertsachen im Tresor lagern als versichert sind?

Technisch ja, versicherungsrechtlich kann die Entschädigung im Schadenfall jedoch auf die vereinbarten oder vorgesehenen Höchstgrenzen beschränkt sein.

Muss ein Tresor verankert sein, damit die Versicherung zahlt?

Eine fachgerechte Verankerung kann abhängig von Gewicht, Tresor, Zertifizierung und Versicherungsbedingungen vorgeschrieben sein. Die konkreten Anforderungen sollten vorab mit dem Versicherer geklärt werden.

Reicht ein nicht zertifizierter Tresor für die Versicherung?

Das hängt von den Vertragsbedingungen ab. Bei höheren Werten verlangen Versicherer häufig einen nach einer anerkannten Norm geprüften Tresor. Deshalb sollte vor dem Kauf geklärt werden, welche Zertifizierung akzeptiert wird.

Sind Bargeld und Schmuck gleich hoch versichert?

Nicht unbedingt. Versicherungen können für unterschiedliche Arten von Wertsachen eigene Entschädigungsgrenzen vorsehen. Bargeld kann beispielsweise anders behandelt werden als Schmuck oder Edelmetalle.

Ist ein einbruchhemmender Tresor automatisch feuerfest?

Nein. Einbruchschutz und Feuerschutz sind unterschiedliche Eigenschaften und werden entsprechend unterschiedlich geprüft. Für Dokumente oder Datenträger kann zusätzlicher zertifizierter Feuerschutz sinnvoll sein.

Was passiert, wenn meine Wertsachen mehr wert sind als die vereinbarte Grenze?

Dann besteht das Risiko, dass im Schadenfall nicht der vollständige Wert ersetzt wird. Wertsteigerungen und zusätzliche Wertsachen sollten deshalb regelmäßig berücksichtigt werden.

Sollte ich den Tresorkauf vorher mit meiner Versicherung abstimmen?

Ja, besonders bei höheren Werten. So lässt sich vor dem Kauf klären, welche Sicherheitsklasse, Verankerung und gegebenenfalls zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen verlangt werden.

Wie kann ich den Wert meiner Wertsachen im Schadenfall nachweisen?

Hilfreich sind Rechnungen, Fotos, Gutachten, Zertifikate, Seriennummern und Inventarlisten. Diese Nachweise sollten ebenfalls sicher und möglichst getrennt aufbewahrt werden.

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